Endlich glücklich und zufrieden?

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Viele Menschen streben nach Glück und Zufriedenheit. Vielleicht fragen Sie sich auch, wie Sie endlich glücklich werden können?

Eventuell haben Sie bereits einiges probiert um sich glücklich zu fühlen. Sicherlich haben Sie auch schon einige Seiten im Internet durchstöbert zum Thema Glück oder Erfüllung im Leben. Bei meiner Recherche stoße ich immer wieder auf Seiten, die einem in 10 Tipps erklären wollen, wie man selbst glücklich werden kann. Und bei den meisten sinnlosen Anreihungen von Floskeln, dreht sich mir der Magen um: Setzen Sie sich Ziele… Lernen Sie Nein zu sagen….. Tuen Sie sich etwas Gutes… und noch viele mehr bekomme ich da zu lesen…

Haben Sie sich nicht auch schon gefragt, wie es kommt, dass so viele Menschen nach ihrem Glück suchen? Allein bei Google wird nach  dem Begriff  „Glück“ zwischen 10.000 bis 100.000 mal im Monat gesucht…  Und meiner Meinung nach zeigt diese hohe Anzahl an Suchanfragen, dass Sie nicht alleine sind, sondern dass es viele Menschen gibt, die täglich nach ihrem Glück und nach Zufriedenheit suchen. Man könnte auch davon ausgehen, dass das zur Zeit viel über unsere Gesellschaft aussagt. In dem Überfluss in dem wir heutzutage leben, scheint es mir ein Symptom zu sein, dass das Bestreben weiterhin dahin geht, Glücklich zu „SEIN“ – fernab von dem was wir alles „HABEN“.

Warum suchen so viele nach dem Glück?

Die Suche nach Gefühlen und starken Emotionen, die uns berühren, sind ein Zeichen des gesellschaftlichen Wandels, der sich auch in der wissenschaftlichen Psychologie niederschlägt. Die Überinformation der Menschen und die Überforderungen des Alltags führen dazu, dass die Menschen sich selbst weniger wahrnehmen und deshalb auch weniger spüren. Das könnte auch ein Grund dafür sein, dass Achtsamkeitstechniken so Populär geworden sind, denn Sie führen oft zu gewünschten Veränderungen und wieder zur Bewusstheit des eigenen Seins.

Die Digitalisierung hat die Menschheit erreicht. Und auf vielerlei Ebenen, haben sich Arbeitsprozesse sowie der gesamte Alltag der Menschen verändert. Alleine die Fülle an Informationen, der jeder Einzelne täglich ausgesetzt ist, hat sich so enorm gesteigert, dass es unmöglich geworden ist, relevante von irrelevanter Information zu trennen.

Im Büro sind wir überall erreichbar, da wir unsere Smartphones und Dect Telefone direkt zur Hand haben um auf wichtige Nachrichten reagieren zu können, unser Emailprogramm steht nie still und zeigt uns oft sogar jede eingehende Nachricht durch das Aufpoppen einer kleinen Bildschirmanzeige.

Sind wir auf dem Weg zur Bahn, oder warten einige Minuten auf den nächsten Termin, greifen wir zu unserem Smartphone um noch schnell die sozialen Medien abzuchecken oder unsere Nachrichten zu lesen. Wir sind überall und immer erreichbar.

Als Freizeitbeschäftigung surfen wir dann noch im Internet um uns die Zeit zu vertreiben und auf jeder neuen Seite erreichen uns wieder hunderte neue Reize, zwischendrin ein Pop-Up mit einem Video, dass uns kurz neugierig macht und wir es uns für einige Minuten anschauen. Nach einiger Zeit sind wir dann müde und haben dennoch das Gefühl, dass wir nichts getan haben. Denn so wirklich produktiv war das Surfen ja nicht. Jeder von uns kennt diese Momente und dieses Erleben.

Wir sind in der heutigen Zeit einer so enormen Anzahl an Reizen und Informationen ausgesetzt, dass eine angemessene Verarbeitung nicht möglich ist. Es kommt zur Überforderung und zum Gefühl unter Stress zu stehen. Auf der Arbeit müssen wir schneller sein und mehr leisten, schon allein aus Angst am Ende nicht mehr mithalten zu können.

Bei allem Fortschritt, kommt ein wichtiger Aspekt hier leider immer wieder zu kurz:

Der Bezug zur Menschlichkeit. Mit Menschlichkeit sei hier keine Charaktereigenschaft oder Empathie gemeint, sondern vielmehr das Bewusstsein darüber, dass der Fortschritt uns Menschen langsam vorauseilt. Denn den raschen technologischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in unserer Umwelt, kommen wir Menschen evolutionär nicht hinter her. Unsere Gehirne funktionieren zum größten Teil noch wie vor mehreren Millionen Jahren, als es noch keine Smartphones und Fernseher, geschweige denn Radios gab. Sondern es nur um das pure Über- /Leben ging.

Es ist also kein Wunder, dass die Öffentlichkeit sich immer mehr mit den Themen Gesundheitsförderung, Psychologie, Coaching, Persönlichkeitsentwicklung, Psychotherapie, Sinnfindung, Glück und Achtsamkeit befasst. Selbst die Wissenschaft ist zunehmend dabei Aspekte der inneren Welt der Menschen und des Wohlbefindens zu beleuchten.  Diese Entwicklung kommt zu einem bedeutenden Teil der positiven Psychologie zur Gute, die sich damit befasst, genau die positiven Aspekte des Lebens zu beleuchten und in den Vordergrund zu stellen. Und dass dieses gesellschaftliche Interesse nun stetig zunimmt und nun auch in der Arbeits- und Organisationspsychologie auf weites Interesse stößt ist nicht zu leugnen.

Wie viele Leute kennen Sie, die sich wirklich wohlfühlen, die rundum glücklich sind?

Die Anzahl ist sicherlich überschaubar und Sie müssen sich anstrengen genau diese Leute in Ihrer Umgebung zu benennen, oder?

Zu sich selbst finden, sich selber wieder spüren, berufliche Erfüllung, den Lebenssinn finden, das sind Themen, die unsere Gesellschaft bewegen und beschäftigen. Menschen suchen nach innerer Verbundenheit, nach Emotionen und dem Erleben von Bewusstsein.

Meiner Ansicht nach ist das ein Symptom dafür, dass Menschen in dieser Welt verlernt haben Mensch zu sein und keine verbindende Schnittstelle zwischen Menschlichkeit und Digitalisierung dafür existiert. Es spricht für sich, dass Digitalisierung immer auch Menschlichkeit benötigt. Denn der Mensch digitalisiert, nutzt die Digitalisierung und wird von ihr beeinflusst. Doch viel zu oft fehlt neuen digitalen Entwicklungen der Bezug zu dem natürlichen Phänomen „Mensch“.

Menschlichkeit schließt für mich vor allem die biologischen und psychischen Informationsverarbeitungsprozesse ein, die dazu führen, dass Digitalisierung erst möglich ist. Beispielsweise wäre ein Computer der nicht von einem Menschen programmiert oder genutzt wird, ist nutz- und wertlos.

Ein Unternehmen, dass keine Mitarbeiter hat, die für das Unternehmen arbeiten, die neue Kunden akquirieren, die Innovationen schaffen, ist dem Untergang geweiht, wenn es keinerlei Menschen gibt, die dieses Unternehmen unterstützen. Und spätestens wenn wir zu den Kunden, Bewohnern und Nutzern kommen ist klar, der Mensch ist Hauptakteur unserer Gesellschaft.

Die Wichtigkeit klingt sehr banal, und dennoch erleben viele von uns, dass Unternehmen es nicht schaffen, die Aspekte der Menschlichkeit zu berücksichtigen. Dass Unternehmen erwarten, ihre Mitarbeiter müssen immer erreichbar sein, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass dieser Erwartungsdruck extreme Auswirkungen auf die Befindlichkeit der Mitarbeiter hat. Noch zu oft werden auf Leitungsebene, Zahlen lieber gesehen, als die persönlichen Anliegen der Mitarbeiter, vor allem wenn die Zahlen schwarz sind.

Da unsere Gesellschaft über die letzten Jahre eine „Macher“ Gesellschaft geworden ist, und verlernt hat sich selbst als Menschen wahrzunehmen, ist es für mich eine klare Erklärung dafür, dass der Verlust von Menschlichkeit sich als eine klare Defiziterscheinung sichtbar macht. Diese Defiziterscheinungen machen sich zurzeit auf verschiedenen Ebenen sichtbar. Die Zahl der psychischen Erkrankungen steigt und Menschen scheinen immer mehr danach zu streben, diese Lücke der „Menschlichkeit“ zu schließen. Manche Menschen kündigen ihren Job, einige machen sich Selbständig, andere gehen den Jakobsweg und andere fangen an zu meditieren.

Unmenschlich glücklich werden?

In meiner Idealvorstellung wird an allen Schulen und in Universitäten das Fach „Menschlichkeit“ unterrichtet. Was braucht der Mensch als Wesen, was tut uns gut und wie funktionieren Menschen im Grunde. Ein Fach,das die Menschen dafür sensibilisiert Mensch sein zu können. Ein Fach, das es möglich macht, Menschlichkeit zu erleben und zu erfahren also ein Fach mit starkem Praxisbezug. Was würde das ändern Fragen Sie sich sicherlich?! Hilft es Ihnen beim glücklich werden?

Es könnte beispielsweise dafür sorgen, ein Bewusstsein zu entwickeln menschlich zu sein. Ein Bewusstsein, dass es den Menschen erleichtert miteinander zu kommunizieren, ein Bewusstsein, dass es möglich macht die eigenen Grenzen und Bedürfnisse wahrzunehmen und ein Bewusstsein, das es ermöglicht unsere Arbeits- und Lebensumgebung mit der Brille der „Menschlichkeit“ zu betrachten.

Vielleicht wäre es den Menschen dann eher ein Bedürfnis, das Smartphone auch mal auszuschalten und bewusst keine Emails zu beantworten, da das Verständnis über die begrenzte Kapazität der menschlichen Verarbeitung es uns ermöglicht die Digitalisierung reflektierter zu sehen.

Dann finden wir auch die Antworten zu der Frage, was uns Glücklich macht. Denn erst wenn jede / jeder Einzelne den Prozess der Selbsterkenntnis durchgemacht hat und weiß was sie oder ihn ausmacht, dann können wir klare Antworten darauf geben, was konkret uns glücklich macht.

In diesem Sinne, bleiben Sie menschlich!

Über die Autorin:

Ekram Bsiri (Office-Coach)

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Ekram Bsiri unterstützt mit Ihrer Glücksstrategie Menschen darin herauszufinden wie sie sich selbst glücklich und zufrieden machen können, damit sie ein erfülltes, glückliches und sinnvolles Leben führen können, ohne weiterhin orientierungslos auf der Suche zu sein. In speziellen Weiterbildungsangeboten & Coachings zu psychologischen Themen widmet sie ihre Arbeit der wissenschaftlich fundierten Psychologie, mit der Vision: Verlässliches & Kreatives zu verbinden. Was sie mag: Freiheit, Struktur, E-learning, neue Wege, Kreativität, Humor Was sie nicht mag: Struktur 🙂 , Lieblosigkeit, süßen Kaffee

Endlich glücklich und zufrieden? was last modified: Januar 3rd, 2018 by Ekram Bsiri (Office-Coach)

4 Comments on “Endlich glücklich und zufrieden?”

  1. Hallo Ekram,
    das sind interessante Aspekte, die du ansprichst. Dass man sich zufriedener fühlt, wenn man das Handy ab und zu einfach ausschaltet und keine Nachrichten beantwortet, kann ich nur bestätigen.

  2. Ein toller Beitrag, der es auf den Punkt bringt! Ich sehe das mit der Digitalisierung genauso. Es geht viel zu schnell und wenn man sich ehrlich ist wer: braucht diesen Schnickschnack wirlich? Das ist auch der Grund warum ich mich in Myanmar und in so vielen anderen asiatischen Ländern so wohl fühle – sie sind noch ursprünglich.

  3. Ja das Glück ist so ein tolles Thema. Hast sehr schön geschrieben. Oft ist es auch so, dass wenn man glücklich ist, man wie ein Auserirdischer angeschaut wird oder die Menschen gleich denken, was hat die eingeworfen… haha. Glücklichsein sollte normal sein

  4. Liebe Ekram,

    wow – viel Informatives, das ich gerade gelesen habe. Schon als ich AC gelesen habe, musste ich dranbleiben. Aachen ist eine sehr schöne Stadt

    Ich glaube, es gibt Menschen, die wissen gar nicht, dass sie glücklich sind. Oder wissen es nicht wertzuschätzen. Um wirklich glücklich zu sein/werden, muss man auch unglücklich gewesen sein. Sich dessen bewusst gewesen sein und es sich eingestehen. Nachdenken, wie Du selbst schreibst, herausfinden, was einen ausmacht und dann unbedingt handeln.

    Ich glaube auch, dass die Suchanfragen so stark sind, weil durch Social Media ganz stark suggeriert wird, dass Menschen, die ‚happy‘ sind auch zugleich ‚erfolgreich‘ sind. Es wird synonym benutzt. Was überhaupt nicht unbedingt stimmt…

    Deiner Darstellung bzgl. der Überflutung an Infos stimme ich absolut zu. Egal, wo wir hinsehen, sehen wir eins: Menschen am Handy. Wer hätte gedacht, dass es einmal so weit kommen würde? Und wer weiß, wie stark das weiter vorantreiben wird?

    Wie gesagt, sehr interessant!

    Liebe Grüße, Juliet
    http://www.withjuliet.com

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